Der Karneval gehört zu Köln wie der Dom und der Rhein, und er bringt die Kölner in den Genuss einer „fünften Jahreszeit“, die jedes Jahr am 11.11. beginnt. Er erlaubt jedem, der möchte, sich über die Welt und sich selbst lustig zu machen und den Alltag für eine Weile auszublenden. Rainer und Anna unterhalten sich über diese Tradition.
Köln ist eine der Hochburgen des Karnevals, in vielen Geschäften findet man Kostüme und Ideen, um sich originell und lustig zu verkleiden. Anna und Rainer fahren mit dem Auto durch die Kölner Innenstadt und unterhalten sich über Faschingspartys und Verkleidungen. Hören Sie den Dialog und antworten Sie. Richtig oder falsch?
HÖRVERSTEHEN
KARNEVAL, FASCHING, FASTNACHT
Einheit 4 - Lektion 2 - Podcast 1
Anna: Na, Rainer, da wir in Köln sind, wirst du doch sicher gleich ein paar Faschingskostüme kaufen, oder?
Rainer: Na, eigentlich bin ich kein großer Faschingsfan. In Hamburg feiert man das ja nicht ganz so ausgelassen wie in Köln oder Düsseldorf. Übrigens sagt man hier nicht Fasching dazu, sondern Karneval.
Anna: Hmm, das ist aber dasselbe, oder?
Rainer: Klar, nur sagt man regional eben eine Sache oder andere. Ich glaube, das Wort Fasching benutzt man eher im Süden Deutschlands und in Österreich, Karneval im Rheinland und Fastnacht eher in der Schweiz und Baden-Württemberg.
Anna: Dafür, dass dir Fasching oder eben Karneval nicht gefällt, kennst du dich aber ganz schön gut aus! Also was ist nun, kaufst du etwas, um dich zu verkleiden?
Rainer: Ich weiß noch gar nicht, ob ich mich dieses Jahr verkleide oder nicht. Wenn es eine Faschingsparty gibt, an der man sich kostümieren muss, dann mache ich das auf jeden Fall. Das letzte Mal war ich ganz hanseatisch als Klaus Störtebeker unterwegs. Aber für dieses Jahr bin ich noch ziemlich planlos. Weißt du schon, wie du Fasching verbringen wirst?
Anna: Na, eigentlich gehe ich nicht gerne zum Fasching. Es reizt mich nicht, mich zu verkleiden. Vielleicht muss ich mal hingehen, um zu verstehen, was an diesem Kostümfest so toll ist.
Rainer: Hey, ich bin ja schon ein Faschingsmuffel, aber bei dir ist das ja ganz schlimm! Dann habe ich auch schon eine Idee. Ich organisiere eine Faschingsparty, um mit dir und meinen Freunden zu feiern. Das macht viel mehr Spaß als daheim allein zu sitzen.
Anna: Hmm, na gut, überredet! Du kannst dich auch gerne wieder als Störtebeker verkleiden. Ich ziehe mir dann ein Kostüm als Piratenbraut an, dann passen wir zusammen.
Rainer: Klasse, darin wirst du sicher umwerfend aussehen. Und wenn du frech bist, lasse ich dich gleich in Ketten legen.
Anna: Das könnte dir so gefallen! Jetzt mal im Ernst, ich brauche dann aber was zum Anziehen. Ich muss sicher in ein Geschäft, um eine Perücke, große Ohrringe, eine gestreifte Bluse und eine weite Hose, so wie Keira Knightley in „Fluch der Karibik“ zu kaufen.
Rainer: Und bitte eine Augenbinde samt Narbe im Gesicht und einen Papagei auf der Schulter. Dann wirkt alles sehr authentisch.
Anna: Und wo kann ich das alles kaufen? Das wird sicher eine Menge Geld kosten.
Rainer: Warte bitte und kaufe nichts, ich frage erst einmal in meinem Bekanntenkreis. Und das, was du brauchst, finden wir sicher in irgendeinem Kleiderschrank.
Anna: Aber sag mal Rainer, hast du eigentlich genug Platz daheim? Oder feiern wir auf der Straße?
Rainer: Nee, lieber bei mir daheim. Die Straßen sind voll mit Leuten und außerdem ist es billiger, wenn wir bei mir essen und trinken. An Fasching wird ja traditionell viel getrunken und in den Kneipen ist das dann ziemlich teuer. Wie ist das bei dir? Du trinkst doch auch sicher was, oder?
Anna: Ja, klar, ich werde schon ein bisschen trinken, sonst ist es ja nicht lustig. Allerdings finde ich es etwas abstoßend, wenn die Leute total betrunken sind und dann aufdringlich oder laut werden.
Rainer: Geht mir genauso, lieber etwas weniger trinken und dafür bessere Qualität, damit man am nächsten Tag keine Kopfschmerzen hat. Es ist viel besser, wenn wir zuerst bei mir anfangen zu feiern. Und das wichtigste ist, bei mir gibt es eine saubere Toilette, du weißt ja, wenn man einmal angefangen hat, dann muss man immer wieder gehen und auf der Straße ist das echt kompliziert
Anna: Gerade für kleine Mädchen…! Also abgemacht, dann wird bei dir gefeiert. Ich helfe dir aber beim Vorbereiten, ok?